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Gesunde Geschäfte

Gesunde Geschäfte

Unsere Gesundheit oder eben die Nicht-Gesundheit ist heute mehr denn je vor allem ein riesengrosser Supermarkt. Die (gewinnorientierte) Pharmaindustrie gibt doppelt so viel Geld für die Vermarktung ihrer Produkte aus wie für die Forschung.

Mit im Boot sitzen die Reparatur-Werk­stätten, also die Kliniken und die Fach­praxen samt ihrer hoch gezüchteten Medizin- und Ersatzteiltechnik sowie das dazugehörige entsprechend konditionierte Personal in den weißen „Kitteln“, die das alles an den Mann, an die Frau bringen wollen und müssen.

Das Hauptübel unserer Gesundheitspolitik: wir haben uns in eine Lage manövrieren lassen, wo wir uns auf eine Reparaturmedizin verlassen, ja auf sie angewiesen sind, anstatt beizeiten so zu leben, damit Reparaturen erst gar nicht notwendig werden. Und weil dabei viel Geld, sehr viel Geld im Spiel ist, wird dieses Verhalten auch noch gefördert.

An dieser Stelle muss man dann immer einlenken und sagen, dass die Leistungen der heutigen modernen Medizin gar nicht hoch genug zu würdigen sind. Richtig ist auch das Argument, dass dank heutiger Heilkünste, Technik und Pharmakologie die Lebenserwartung um den Faktor X höher ist als noch zu Großmutters Zeiten und dass es daher auch mehr altersbedingte chronische Probleme gibt. Keine Frage! Unbestritten ist aber auch, dass die Kosten, die das heutige System verursacht von Jahr zu Jahr steigen und sich die Politik die Frage stellen muss, wann sie daran geht, das Ruder herum zu reißen. Und das bedeutet: Vorsorgen statt reparieren. Leider steht hinter der Vorsorge keine Lobby...

Die Fakten

Laut der „Österreichischen Gesundheitsbefragung 2014“ (Statistik Austria) leidet mehr als ein Drittel der Bevölkerung über 15 Jahren an einer dauerhaften Krankheit oder gibt an, chronische Gesundheitsprobleme zu haben. Das sind 2,6 Millionen Menschen – 1,2 Millionen Männer (34 Prozent) und 1,4 Millionen Frauen (39 Prozent). Je älter Frau und Herr Österreicher sind, desto deutlicher treten diese Probleme in Erscheinung, wobei Frauen stärker betroffen sind als Männer. Bei den über 74-jährigen leidet bereits mehr als die Hälfte. Problem Nummer Eins: 1,76 Millionen Menschen leiden unter chronischen Kreuzschmerzen oder einem anderen chronischen Rückenleiden; und auch hier wiederum zeigt sich: Besonders stark betroffen sind die ab 75-Jährigen – jede zweite Frau, jeder dritte Mann. An zweiter Stelle kommen die Allergien, gefolgt von Bluthochdruck, chronischen Nackenschmerzen und Diabetes (Zuckerkrankheit). Naturgemäß nehmen die Probleme im Alter zu. Während cirka die Hälfte der bis 44-jährigen noch frei ist von chronischen Erkrankungen, sinkt dieser Anteil bei den bis zu 59-jährigen auf 35 Prozent; ab 60 haben 81 Prozent mindestens ein und 58 Prozent mehrere gesundheitliche Probleme.

Das Hausmittel

Heißt Bewegung! Eigentlich weiß man es ja schon lange und eine Studie (medizin-transparent.at) hat es jetzt erneut bewiesen: durch Bewegung kann das Risiko, dass mit fortschreitendem Alter Rückenprobleme auftreten, um 45 Prozent gesenkt werden! Vor allem, so die Studie, gezieltes Krafttraining und Bewegungsformen wie Pilates und Yoga haben sich dabei als besonders wirkungsvoll gezeigt. Über diese kostengünstigen und effektiven „Therapien“ wird allerdings – und das hat die Studie ebenfalls ergeben – zu wenig berichtet! Hinter dem „Hausmittel Bewegung“ steht im Gegensatz zu Medikamenten kein großer Konzern, der damit Geld verdient. Gäbe es genug Marketing für Bewegung als Therapie, so die Studie, würden Leidgeplagte sie auch öfter in Anspruch nehmen.

Die Politik ist gefordert


Rückenschmerzen sind, wie eingangs gezeigt, das Problem Nummer Eins. Das bedeutet: sie verursachen, neben dem individuellen Leidensdruck, auch die meisten Krankenstände und damit gesamtwirtschaftlich betrachtet auch die meisten Kosten. Es sollte also, so könnte man meinen, ein allgemein großes Interesse daran bestehen, dass bei den am weitesten verbreiteten Krankheiten beizeiten auch die effizientesten Gegenmittel eingesetzt werden. Bislang werden Ärzte (und Politiker) nahezu ausschließlich von jenen Herstellern und Therapieanbietern „beraten“, die ein finanzielles Interesse an der Verbreitung ihrer Informationen haben. Wer informiert diese aber wenn zum Beispiel neue Erkenntnisse vorliegen wie im gegebenen Fall? Wenn wieder einmal bewiesen wird, dass die Wunderpille „Bewegung“ heißt? Vater Staat ist gefragt:

Es wäre die Aufgabe der Gesundheitspolitik, so Gerald Gartlehner von der Plattform medizin-transparent.at (Gerald Gartlehner ist Leiter des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie der Donau-Uni Krems), dafür zu sorgen, dass gesundheitsfördernde Informationen so viele Menschen wie möglich zeitnah erreicht. Ausgewogene und objektive Information müsste also von anderer Seite kommen, zum Beispiel von etwa der öffentlichen Hand. Nicht gerade einfach, so Gartlehner, denn das bedeutet, dass man den Menschen klar machen müsse, sie müssten ihren Lebensstil ändern. Gemeinsames Ziel aller (!) sollte es daher sein, die Menschen bei diesen Lebensstiländerungen zu unterstützen.

Bewegung zahlt sich aus


Bewegung zahlt sich immer aus, Sport rechnet sich immer, so könnte man die Ergebnisse der Studie der „Sports Econ Austria“ vereinfacht zusammenfassen.  „Sports Econ Austria“ ist nicht irgendein Institut; „Sports Econ Austria“ wurde – und das macht die Sache besonders – 2004 auf Betreiben der Sektion Sport im Bundeskanzleramt (als gemeinnütziger Verein) gegründet und ist, so die Eigendefinition eine „hoch spezialisierte Einrichtung zum Zweck der Forschung, Lehre und Politikberatung auf dem Gebiet der Sportökonomie und angrenzender Disziplinen“. Im Mittelpunkt der Studie (Auftraggeber: Bundessportorganisation): „Der volkswirtschaftliche Nutzen von Bewegung“. Neu ist bei dieser Studie, dass man eine Rechnung aufgemacht hat, die zeigen soll, was Vater Staat die Tatsache kostet, dass sich ein Drittel der Österreicherinnen und Österreicher nicht bewegt: 2,37 Milliarden Euro pro Jahr! Die Hälfte dieser Summe geht dabei nur für die Behandlung von Rückenleiden und Diabetes drauf. Auf der anderen Seite gibt es Sportunfälle, deren Behandlung das Gesundheitswesen belasten. Mit 425 Millionen fallen diese aber gegenüber den 2,37 Milliarden kaum ins Gewicht.  Fazit: Bewegung und Sport rechnen sich auch und gerade aus gesundheitspolitischer Sicht immer!

Wo anfangen


Die nächste – oder die allererste – Baustelle ist unsere Jugend. Europa weit sind 12 bis 16 Millionen Kinder schlicht und ergreifend zu dick. Adipositas nennen die Experten diesen Befund und meinen es sei die größte gesundheitspolitische Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Und, so die massive Kritik, namentlich Österreich vernachlässige dieses Problem! Würde nicht gegengesteuert, so Kurt Widhalm, Präsident des Österreichischen Akademischen Instituts für Ernährungsmedizin (ÖAIE) und Präsident des ASVÖ Sportvereines Weyregg am Attersee, „wird die Zahl der übergewichtigen Kinder weiter zunehmen!“

Dicke Kinder bleiben auch als Erwachsene dick und haben in der Folge mit weiteren Erkrankungen wie Diabetes, Herzkreislauf-Erkrankungen und Gelenksproblemen zu kämpfen. Das bedeutet, die Kosten für das Gesundheitswesen werden weiter steigen. Hauptursachen der adipösen Entwicklung sind die körperliche Inaktivität, der steigende (und sitzende, liegende) Medienkonsum und die falsche Ernährung (beson­ders die so genannten „Softdrinks“) unserer Kinder.

„Was in den Schulbüchern zum Thema Ernährung steht“, so der Mediziner Widhalm, „ist bescheiden!“ Und, so die Experten weiter, wir brauchen mehr Möglichkeiten für Sport und Bewegung als zweiten wichtigen Pfeiler beim Kampf gegen das Übergewicht. „Körperliche Aktivität ist eine der besten Präventionsmaßnahmen“, so Norbert Bachl, Direktor des Österreichischen Instituts für Sportmedizin (OSIM). „Wir sind Bewegungslebewesen; körperliche Inaktivität ist daher abnormal!“ Unterm Strich also auch von dieser Seite die Forderung an die Gesundheitspolitik: Handeln und zwar jetzt!  (WKB)

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