Sport auf Sonderlichen Abwegen?

Sport auf Sonderlichen Abwegen?

Keine Frage, was im Sommer 2016 das Thema Nummer Eins ist: Sport! Egal ob EURO oder OLYMPIA, am Sport kommt in diesen Tagen niemand vorbei. Auf der Straße, im Büro, beim Einkaufen, am Stammtisch, im Fernsehen, auf Titelseiten, im Internet – die beiden Megaereignisse sind allgegenwärtig.

Und so wie diese beiden Veranstaltungen aus allen nur erdenklichen möglichen und unmöglichen Blickwinkeln be­leuchtet werden, so vielfältig ist auch die Haltung der (Sport-) Konsumentinnen und Konsumenten zu den jeweils aktuellen Themen. Nur woher nehmen wir unsere Informationen, unsere Haltungen und Meinungen? Speziell dann, wenn wir – wie in den meisten Fällen – selber ja gar nicht dabei , vor Ort sind?

Oder liefern uns die Superzeitlupen und die Großaufnahmen, die fachkundigen Kommentare und Analysen nicht ohnedies mehr als die Realität?

Zu Beginn steht die in vielen Medien transportierte Einschätzung: Längst hätten „Big Business“, also das ganz große Geschäft, das große Theater, die „Show“ und nicht zuletzt die Politik, hätten diese also – das eigentliche Thema, nämlich den Frieden und Freundschaft stiftenden Sport überlagert und verdrängt. Die Frage ist aber auch, worauf werden die Kameras gerichtet, worauf nicht? Was wird wie ausführlich belichtet, was wird ausgeblendet? Welcher Realität sind die Berichterstatter verpflichtet und worauf wird das Interesse des Publikums gelenkt und warum?


Zensur?

Der Veranstalter, also zum Beispiel die Vereinigung Europäischer Fußball­ver­bän­de, kurz UEFA (Union of European Football Associations), ähnliches gilt für das Internationale Olympische Komitee, kurz IOK, respektive die Regie ihrer TV -Produktion legt fest, welche Bilder der einzelnen Bewerbe, bei uns ankommen. Mit anderen Worten: was wir sehen sollen! Bei etwaigen Fantumulten, Aus­schreitungen, Flitzern und dergleichen schauen die Veranstalter-Kameras weg.

Was prompt zu einer Beschwerde seitens ARD und ZDF führte, man würde hier zensieren. Wobei hier natürlich anzumerken ist, dass die Medienpartner für die Übertragungsrechte (Rechteinhaber: UEFA, IOK) etliche hunderte Millionen in die Hand nehmen.

Die „Begleiterscheinungen“ heutiger Sport-Großveranstaltungen sind ja mittlerweile Legende und bezeichnend für unsere Zeit. Nicht nur „Big Business“ und „Show“ sind es, sondern vielmehr die weit übleren Szenarien, wie Terrorwarnungen, Bombendrohungen, Straßenschlachten, Hooligans, Protestkundgebungen und Streiks.


Was wird uns aufgetischt

Sind russische Hooligans aggressiver als die englischen? Ist russisches Doping schlimmer als kenianisches, weil von „ganz oben“ toleriert, ja gefördert? Verleitet der schnöde Mammon zu den verbotenen Substanzen oder weil es ohnehin alle machen oder weil diktatorisch gelenkte Staaten mit einer Medaillenbilanz (egal mit welchen Mitteln) auch jene ihrer Regierung aufpolieren wollen?

Oder sind das alles nur Ver­schwö­rungstheorien und Verleumdungs­kam­pag­nen? Wieso werden die Olym­pischen Sommerspiele 2016 an Brasilien vergeben, das – weiß Gott – ganz andere Probleme hat: politische, finanzielle, soziale, umweltmäßige, ganz zu schweigen vom Zika-Virus? Wieso muss die Fußball WM 2022 in Qatar stattfinden? Ist das mit rechten Dingen zugegangen oder doch eher mit linken? Was wurde da und wenn ja wie viel und an wen unter dem Tisch hin- und her geschoben?

Am Ende müssen wir sagen: ja wir „wissen“ das alles, weil wir ja im Zeitalter der Information leben. Weil uns die heutigen, modernen Medien – ob elektronisch oder gedruckt – umfassend informieren. Informieren sie wirklich? Objektiv? Oder verbreiten und verstärken sie lediglich ein bestimmtes Bild, eine Stimmung, eine Klima? Oder transportieren sie eher jene Inhalte, die dazu beitragen die Einschaltquote, die Auflage, die Klickrate zu erhöhen? Oder sind nach der alten Journalistenregel nach wie vor „nur die schlechten Nachrichten die guten (weil den Verkauf fördernden) Nachrichten“? Und was hat das alles mit dem Sport zu tun?

In den Fluten der Information

Längst haben wir es ja mit zwei Lagern zu tun: die Medien „der alten Schule“, wie Radio, Fernsehen und Zeitungen auf der einen Seite und die Medien der Neuzeit, wie Internet, Tablett und Smartphone auf der anderen Seite. Zwei Lager, die sich bekämpfen – aber auch gegenseitig kopieren und befruchten. Beide Lager werden, logisch, jeweils entweder von den älteren oder jüngeren Semestern bevorzugt. Es gibt aber noch gravierendere Unterschiede.

Der guten, alten Zeitung ist es herzlich egal, wann, von wem, wie oft und welche Artikel gelesen werden. Auch das Radio und der (alte) Fernseher protokollieren und verwerten das „Nutzerverhalten“ nicht. Bei den neuen „Immer dabei“- und „Immer eingeschaltet“ -Geräten ist das anders. Die neuen Medien und hier speziell die so genannten „Sozialen Netzwerke“ kennen ihrer Konsumentinnen und Konsumenten heute schon zum Teil besser als sie sich selber. Das aber wiederum beeinflusst das Infor­mations­angebot und nicht zuletzt das Werbeangebot. Wenn heute an irgendeinem Stammtisch im Lande über – sagen wir die Frisuren der Athletinnen und Athleten oder über die Sportmode gewitzelt wird, dann sorgt das höchstens für Heiterkeit. Wenn das Gleiche im Netz passiert, erscheinen mit hoher Wahrscheinlichkeit, die dazu mehr oder weniger passenden Werbeangebote.

Nicht nur: Die neuen Medien, samt deren für jedermann nutzbaren Kommentar-, Bild- und Video- und „Teilen“ -Funktionen erzeugen immer größere „Resonanzräume“ auch von Sportereignissen, die wiederum von den etablierten Medien aufgegriffen und weiter „verwurstet“ werden. Ein Beispiel aus den OÖN vom 22. Juni – Zitat: „David Alaba ... ist die unumstrittene Nummer eins ..., was seine Aktivität in sozialen Netzwerken betrifft. Alaba hat auf Facebook 3,3 Millionen Gefällt-Mir-Daumen, auf Twitter folgen ihm eine Million Menschen. Fast täglich hält der 23-jährige Wiener seine Fans auf dem Laufenden.“


Unser „Wissen“ kommt von TV und Zeitung


Im Februar hat das Reuters Institut – in Kooperation mit dem Fachbereich Kommunikationswissenschaft an der Uni Salzburg – 2.000 Österreicherinnen und Österreicher nach ihrem Nachrichtenkonsum befragt. Charakteristisch, so die Studie, Österreich habe (bei 81-prozentiger Internet-Verbreitung) Europa weit den höchsten Konsum an gedruckten Medien und, ebenfalls charakteristisch die Dominanz des ORF im TV- und Online-Nachrichtenmarkt. Resümee: „Fernsehen und die auf Papier gedruckte Presse sind weiterhin die beliebtesten Medien (!), wenn es um Nachrichten geht. Jüngere Menschen verweigern sich zwar weder dem Fernsehen noch der Zeitungslektüre, aber sie bevorzugen den Informationsweg über „Social Media“, allen voran „Facebook“ und „Youtube“.

Über alle Altersgruppen hinweg interessieren sich die Österreicherinnen und Österreicher sehr stark für Nachrichten. 87,7 Prozent beschäftigen sich mehrmals täglich mit den aktuellen Nachrichten; für 74,3 Prozent sind die Nachrichten aus der Stadt oder der Region wichtig, gefolgt von internationalen News (66,0 Prozent) und Nachrichten über Politik (50,8 Prozent).

Der Riss durch die Generation zeigt sich erst bei den 18 bis 24-jährigen. Diese Gruppe nutzt zu fast 80 Prozent Nachrichten via Social Media, gefolgt von TV (61,5 Prozent). Interessant: Auch in dieser Gruppe wird die gedruckte Nachricht von mehr als der Hälfte der Befragten (52,5 Prozent) genutzt! Der Trend, so die Studie, allerdings sei eindeutig: „Die jüngere Generation ist in erster Linie über den individuellen elektronischen Bildschirm auf Mobiltelefon oder Laptop mit Nachrichten zu erreichen.“


Die Moral von der Geschichte

Der Sport, der Wettbewerb und das Reden (und Berichten) darüber haben schon immer zusammen gehört. Und das Gesetz (?) des „Höher, Schneller, Weiter“ gilt anscheinend nicht nur für die sportlichen Disziplinen sondern auch für die journalistischen. Und das was uns da berichtet wird, ist zwangsläufig immer nur ein Ausschnitt der tatsächlichen Ereignisse, in der absichtlich oder unabsichtlich gefärbten Sichtweise des jeweiligen Berichterstatters.

Daher: je umfassender und breiter gestreut die Quellen sind, aus denen wir unsere Informationen beziehen, ein umso objektiveres Bild wird am Ende heraus kommen!

Und ob nun das mit EURO 2016 bedruckte Klopapier, die Bikinis der Copacabana oder die sportliche Leistung im Vordergrund stehen, darf jeder für sich entscheiden und am Stammtisch ausdiskutieren. Keine Diskussion hingegen sollte es geben, wo der Sport auf die Abwege von politischem Kalkül, Korruption und Doping gerät. (wkb)

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