Land der Schlemmer, kalorienreich!

Land der Schlemmer, kalorienreich!

Österreich ist Welt- und Europameister auf vielen Gebieten. Unter anderem auch dort, wo es um den Fleisch- und Alkoholkonsum geht. Die gute Nachricht: Wir haben uns in Bezug auf unsere Ernährungsgewohnheiten in den letzten Jahren leicht gebessert.

Die schlechte Nachricht: Diese leichte Besserung passiert leider auf einem nach wie vor erschreckend niedrigem Level. Unsere Gesundheit und die unserer Kinder stehen auf dem Spiel und – das ist vielleicht noch nicht so stark in unserem Bewusstsein verankert – unser Konsumverhalten trägt massiv dazu bei, unserem Planeten den Garaus zu machen.

Fleisch war einmal wertvoll, kostbar und teuer. Vielleicht erinnert sich ja die/der eine oder andere an das alte Volkslied: „Wos is' heid fir a Tog“? Das Lied zeigt uns auch den Speiseplan von anno Dazumal: Montag – Knödeltag, Dienstag – Nudeltag, Mittwoch – Strudeltag, Donnerstag – Fleischtag, Freitag – Fasttag, Samstag – Zahltag, Sonntag – Lumpentag.

Einen einzigen „Fleischtag“ (wobei, regional unterschiedlich, gerne auch der Sonntag genommen wurde) hat es seinerzeit gegeben und man beachte: einen Fasttag. Und es handelte sich zu dieser Zeit um Menschen in einem bäuerlich geprägten Land, die vorwiegend körperlich und hart gearbeitet haben. Sechs Tage in der Woche. Und heute? Der Umweltverband WWF (World Wide Fund for Nature) Österreich hat jetzt eine Studie veröffentlicht, in der die Autoren Liesbeth de SCHUTTER, Martin BRUCKNER und Stefan GILJUM von der Wirtschaftsuniversität Wien, die „Ernährung der Österreicher und deren Auswirkungen“ untersuchen.

Wir sind Spitze

Jede Österreicherin und jeder Österreicher konsumiert unglaubliche 106 Kilogramm Fleisch (und damit tierische Fette) pro Jahr! Damit sind wir nicht nur in Europa einsame Spitze, sondern auch weltweit. Insgesamt kaufen und verbrauchen wir 904 Kilogramm Nahrungsmittel pro Jahr und Nase.

Von dieser Menge entfallen 23 Prozent  dabei auf tierische Produkte, 29 Prozent auf alkoholische und nichtalkoholische Getränke und lediglich die restlichen 48 Prozent auf pflanzliche Produkte. Wir konsumieren 43 Prozent mehr Alkohol als der EU Durchschnitt, 29 Prozent mehr Fleisch, 27 Prozent mehr Zucker  – wir nehmen heute die sechsfache Menge an Zucker (versteckt zum Beispiel als Geschmacksträger und als Konservierungsmittel) zu uns, im Vergleich zu unseren Großeltern! – und liegen bei den tierischen Fetten gar 80 Prozent über den EU Durchschnittswerten. Bei den so genannten gesunden Nahrungsmitteln, wie Getreide, Erdäpfel, Gemüse und Fisch liegen wir unter dem EU Durchschnitt. Die Studie kommt zu der Schlussfolgerung, dass der Österreichische Durchschnittskonsument relativ große Mengen an Fett, tierischen Proteinen und Zucker zu sich nimmt - und das bereits im Kindesalter. Unsere Ernährung muss daher als eher ungesund bezeichnet werden!

Die Folgen des Überkonsums I

Die Österreicher, so die Studie, neigen zum Überkonsum. Mit schlimmen Konsequenzen für unsere Gesundheit, für unsere Umwelt. Schlimm auch: Von den bereits  erwähnten 106 Kilogramm Fleisch pro Jahr und Nase werden tatsächlich „nur“ 65,3 Kilogramm auch tatsächlich verzehrt. Der Rest wird entsorgt, wandert auf den Müll, weil wir uns im Supermarkt von „nimm Zwei zum Preis von Einem“, von der „günstigen Familienpackung“ und so weiter haben verführen lassen. Weil die Lebensmittelindustrie Haltbarkeits- und Ablaufdatum als Marketinginstrument entdeckt hat. Schließlich kann man, so die industrielle perverse Logik, je mehr die Konsumenten wegschmeißen, desto mehr wiederum an sie verkaufen. Und das, was die Supermärkte täglich selber in die Tonne kippen, ist sowieso schon „eingepreist“ - zahlen wir also beim Einkauf bereits mit. Zum Überkonsum gesellt sich ein seit Jahrzehnten zunehmender „sitzender Lebenswandel“. Die Folgen: Übergewicht, Fettleibigkeit, Herz- und Kreislaufprobleme, Diabetes, usw. – bei den Erwachsenen wie auch bei den Kindern!

Die Folgen des Überkonsums II

Der stark gestiegene Fleischkonsum in den letzten Jahrzehnten bedeutet aber auch und zuallererst, dass sich die logischerweise damit einhergehende Fleischproduktion massiv verändert hat. Die Massen an Kühen, Kälbern und Schweinderln müssen ja von irgendwo herkommen, sie müssen gezüchtet und gefüttert werden, sie müssen gesund gehalten und sie müssen „verarbeitet“ werden. Gerade dieser Bereich der Lebensmittel-„Industrie“ ist mit massiven „Nebenwirkungen“ verbunden. Mehr Tiere brauchen mehr Futter; mehr Futter bedeutet steigende landwirtschaftliche Flächennachfrage (Wald- und Wiese verschwinden), bedeutet gesteigerte, ja Übernutzung natürlicher Ressour­cen, bedeutet gesteigerte negative Um­welteinflüsse. In Österreich, wie auf globaler Ebene, so die Studie, zählt unser Nahrungsmittelkonsum mit 20 bis 23 Prozent der Treibhausgasemissionen zu den wichtigsten Faktoren (Rang zwei, nach den Autos) des Klimawandels! Nicht nur: Weltweit betrachtet hat die veränderte Landnutzung (hauptsächlich Entwaldung durch die Expansion landwirtschaftlicher Flächen) dazu geführt, dass wir auf unserer Erde gegenüber 1970 um 52 Prozent weniger Säugetiere, Vögel, Reptilien, Am­phibien und Fischpopulationen haben!

Es muss sich was ändern!

Aktuell sind erschreckende 40 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher zwischen 18 und 64 Jahren übergewichtig. Bei den Kindern zwischen 7 und 14 Jahren sind 20 Prozent der Mädchen und 25 Prozent der Buben übergewichtig, je sechs und neun Prozent sind fettleibig. Tendenz: steigend und daher ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko für die gesamte Gesellschaft. Warum? Weil sie sich erstens: falsch ernähren und zweitens: nicht oder zu wenig bewegen! Alles zusammen genommen heißt das: Mit unserer gegenwärtigen Lebensweise machen wir nicht nur uns selber kaputt, sondern auch unseren Planeten. Weil wir so leben, wie wir leben und weil das obendrein in unserem Konsum orientierten Umfeld auch noch gefördert wird.  Wir können allerdings schon mit kleinen Änderungen eine große Wirkung erzielen. Indem wir uns, auch gemäß den Empfehlungen des Österreichischen Bundesministeriums für Gesundheit, an drei einfache Ernährungsregeln halten:

  • Reichlich: Pflanzliche Nahrungsmittel, wie Gemüse, Obst, Getreideerzeugnisse, Erdäpfel und kalorienfreie oder kalorienarme Getränke;

  • Mäßig: Tierische Nahrungsmittel, wie Fleisch, Wurst, Eier, Milch, Milchprodukte;

  • Sparsam: Fett- und zuckerreiche Nahrungsmittel, wie Speisefette, Süßwaren, Snacks und dergleichen.

Schalten Sie um, heute, jetzt, sofort!

Reduzieren Sie Ihren Fleischkonsum um zwei Drittel und lassen Sie Gemüse, Getreide und Obst den Vorrang. Fahren Sie Ihren Alkoholkonsum auf einen Tag in der Woche herunter und kehren Sie zurück zum „Sonntagsschnitzerl“!

Kaufen Sie überwiegend regionale und saisonale Produkte,  – am besten beim Erzeuger und schauen Sie, dass Sie ehrliche Bio-Produkte bekommen. Eventuell finden Sie auch noch einen „richtigen“ Bäcker.


Ein Wahnsinn: Ein Drittel aller Lebensmittel wird weggeschmissen! Kaufen Sie nur das, was sie auch brauchen (keine XXL-Mengen im Sonderangebot), achten Sie auf die richtige Lagerung und werfen Sie nicht gleich alles in den Müll, nur weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. (Ausnahme: leicht verderbliche Lebensmittel wie Fleisch und Fisch).

Überlegen Sie vor dem Einkauf, ob Sie dafür wirklich Ihr 2-Tonnen-SUV brauchen oder ob es nicht auch das Rad oder Ihre Füße genau so und aber eben auch gesünder tun. (WKB)

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